Prof. Dr. phil. Dr. jur. Rüdiger Lautmann

Mit Fritz Sack zusammen habe ich 1996 das ISIP-Institut gegründet, bin hier aber erst 2002 richtig aktiv geworden und bis Ende 2009 leitend geblieben.

Überhaupt war ich erst im Jahre 2000 in die Kriminologie eingestiegen – wieder eingestiegen, nach dem Aktivsein in den 1970er Jahren. In den zwei Jahrzehnten dazwischen habe ich mich in der Geschlechter- und Sexualforschung getummelt, teilweise mit kriminologischem Bezug. Erstaunlich, wie leicht der Fachwechsel gelang – zugleich ein Indikator, unter welchen Vorzeichen derzeit die Sexualität gesellschaftlich behandelt wird: Recht und Problemsexualität überdecken sich mit Fragen der strafenden Sozialkontrolle.

Zu meinen Lehrveranstaltungen haben stets Themen wie Devianz, Recht, Kontrolle, Diskriminierung, Vorurteile, Randgruppen, Subkulturen gehört – nie aber die Kriminologie im engeren Sinne. Dazu entwickelte ich nun, gemeinsam mit Daniela Klimke, erstmals ein mehrsemestriges Lehrprogramm (‚Module’), das wir an der Universität Bremen, manchmal auch am IKS in Hamburg, in mehreren Durchgängen angeboten haben. Das Programm wurde in mehreren Studiengängen – auch neben dem Bachelor Soziologie – gut angenommen; viele Abschlussarbeiten sind entstanden, eine ganze Reihe von Absolventen in Masterstudien (insbesondere nach Hamburg) gewechselt. Die Grundgedanken dieser Kurse stehen in unserem Artikel Soziale Kontrolle und Strafsanktion (in: H. Willems, Hg., Lehr[er]buch Soziologie, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008: 229-251).

Den Wiedereinstieg bewirkte auch die Wahl als »Altredakteur« in das Kriminologische Journal (Jahre 2000 bis 2002), wo ich bereits 1971 bis 1973 tätig gewesen war. 2008-2009 fungierte ich dort als Sprecher des Beirats.

Kriminalität sehe ich auch von der Rechtssoziologie her. Mit rechtssoziologischen Arbeiten begann ich seinerzeit den Beruf von Forschung und Lehre. Aufgrund einer Doppelqualifikation (in Soziologie sowie vorher als Volljurist) konnte ich ein empirisches Projekt bei zwei Landgerichten durchführen und die richterliche Tätigkeit auch hinter den Türen der Beratungszimmer beobachten: »Justiz – die stille Gewalt. Teilnehmende Beobachtung und entscheidungssoziologische Analyse« (1972, Neuausgabe mit Vorwort und Anhang 2011 im VS Verlag). Zuvor waren, als meine ersten Publikationen überhaupt, zwei Artikel in der Monatsschrift … sowie im KrimJ erschienen.
Im ISIP verfolgen wir konsequent die Orientierung, Rechts- und Kriminalsoziologie zu verknüpfen.

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