Punitivität - Erscheinungsformen und Genese

Projektzeitraum: 2/2010-12/2012

Punitivität ist zum „Schlüsselbegriff“ einer Kriminologie geworden, die den Fokus weg von der ätiologischen Perspektive auf staatliche, gesellschaftliche und individuelle Reaktionen auf Verbrechen lenkt. Damit werden die gesellschaftlichen Verhältnisse und die Instanzen sozialer Kontrolle stärker zum Gegenstand der Analyse.

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Technische Prävention von Low-Cost-Terrorismus

Projektzeitraum: 9/2010-8/2013

Nach den Terroranschlägen vom Elften September hat sich die Risikoperspektive deutlich erweitert. Die Sicherheitsforschung steht vor der Herausforderung, auch bislang nicht für möglich gehaltene Bedrohungsszenarien in Betracht zu ziehen. Liegen vielen derzeit entwickelten Sicherheitslösungen Anschlagsszenarien zugrunde, die von äußerst voraussetzungsvollen Angriffsmitteln und -methoden ausgehen, müssen stärker Terrorakte, ausgehend von kleineren Tätergruppen eingeplant werden, die nur geringe Ressourcen (an Geld, Sachverstand, Organisationsgrad, Zeit etc.) einsetzen.

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Der 'überwachte' Bürger zwischen Apathie und Protest

Zur Genese neuer staatlicher Kontrolltechnologien und ihren Effekten auf Einstellungen und Verhalten der Bevölkerung

Projektzeitraum: 04/2009 bis 08/2013

Gegenstand des Projektes ist die New Culture of Control in Form neuer staatlicher Kontroll- und Überwachungstechnologien, die spätestens seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die gegenwärtige Gesetzgebung und sicherheitspolitische Diskussion bestimmen.

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MORS - Migranten in Organisationen von Recht und Sicherheit

Studiengruppe zum Thema Migration und Integration (gefördert von der VolkswagenStiftung): Die Aufnahme von Migranten in die deutsche Polizei

Projektzeitraum: 2005-2008

Die Polizei, wie andere Organisationen von Recht und Sicherheit, gehört zu den Kernbereichen nationaler Identität, bildet also ein zentrales Praxisfeld, an dem sich die Integrationsfähigkeit einer Gesellschaft gegenüber ihren zugewanderten Mitgliedern erweist. Alle Einwanderungsgesellschaften befassen sich mit dem Problem, Migranten den Zugang in den Polizeidienst zu eröffnen. Das Projekt stellt empirische Recherchen an (Umfrage bei Innenbehörden, Beobachtungen zur Anwerbung und Interaktion im Beruf, Befragung der migrantischen Polizisten u.a.). In der Studiengruppe werden diese Erhebungen mit Polizeipraktikern erörtert. Experten aus den hierzu avanciertesten Ländern berichten über ihre Integrationsmodelle. Den deutschen Praktikern werden Bespiele einer good practice vorgestellt. Eine intensive Vernetzung des Forscherteams und der Polizeipraktiker berät diese Vorlagen, diskutiert die Resultate und entwickelt Ideen zum Fortgang der Integration – deren Umsetzung nicht ausgeschlossen.

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Regieren mittels Unsicherheit

Kontrollgesellschaftliche Regime von Arbeit

Projektzeitraum: 11/2005 bis 10/2007

Das Konzept der 'Kontrollgesellschaft', ursprünglich von Gilles Deleuze anhand einiger Beobachtungen von scheinbar marginalen Neuerungen der Sanktionspraxis entwickelt, lässt sich als eine umfassende analytische Folie betrachten, die auf eine Vielfalt von gesellschaftlichen Erscheinungen anwendbar ist. Im Mittelpunkt des geplanten Projektes stehen die Regime von Erwerbsarbeit wie die von Erwerbslosigkeit, die beide, so die These, Prekaritäten nutzen, um aus den Individuen selbst heraus vollzogene Anpassungen an Marktprozesse zu bewirken.

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«Incivilities», Sozialkapital und Kriminalität

Eine empirische Überprüfung der "Broken Windows"-Theorie

Projektzeitraum: 11/2003 bis 12/2006

Unter den pragmatischen Kriminalitätstheorien, die sich seit einem Jahrzehnt von den USA aus verbreiten, ragt der Broken-Windows-Ansatz hervor. Populäre Bedeutung hat der Broken-Windows-Ansatz insbesondere mit der Politik der Zero-Tolerance erlangt. Die Strategie des »Wehret den Anfängen« legt den Schwerpunkt auf die formelle soziale Kontrolle der incivilities und bezieht sich damit nur auf einen Teilaspekt des Broken-Windows-Ansatzes. Mit dem Konzept des Community Policing hingegen wird der zentrale Gedanke des Broken-Windows-Ansatzes, die Stärkung der informellen sozialen Kontrolle in einem Viertel, aufgegriffen. Sowohl die Zero-Tolerance-Strategie wie auch das Community Policing Konzept rückt auf der Grundlage des Broken-Windows-Ansatzes die Herstellung von Ordnung als konstitutives Element einer Kriminalpolitik, die sich nicht mehr allein auf die Aufrechterhaltung von Sicherheit gründet, in den Vordergrund.

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Kapitalismus als Habitus

Börse als Chiffre der Subjektivierung in einer Kontrollgesellschaft der Zeit

Projektzeitraum: 6/2002 bis 5/2004

Das Projekt sucht anhand eines alltagsweltlich, ökonomisch und kulturell gleichermaßen bedeutsamen Phänomens, dem Handel mit Aktien, den Grauzonen dieses Handels und den sich um 'die Börse' rankenden Mythen, in einer kontroll- und kultursoziologischen Perspektive die paradigmatische Relevanz dieser Verhaltensweisen als Steuerungstechnik spätmoderner Gesellschaften aufzuzeigen.

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Politik der Lebensführung

Privater Schutz vor Viktimisierung und die Individualisierung der Sicherheitspolitik

Projektzeitraum: 6/1999 bis 10/2002

Theoretischer Ausgangspunkt der vorliegenden Studie waren die Arbeiten von Michel Foucault zu dem von ihm entwickelten Konzept der gouvernementalité als „Technik des Regierens und Herrschens“ [1]. Foucault verkoppelt darin die historischen Transformationen des modernen Staates mit den Prozessen der Subjektkonstitution und der Selbstwahrnehmung der Individuen. Der Ausdruck gouvernementalité verbindet gouvernement, Regieren, und mentalité, Denkweise, und ermöglicht damit, die Verknüpfungen zwischen staatlicher Herrschaft, Praktiken der Selbststeuerung und Technologien sozialer und ökonomischer Steuerung in den Blick zu bekommen.

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Die Ordnung der Nicht-Orte

Inszenierungen von Raum, Gestaltungen von Erleben und die Herstellung sozialer Ordnung

Projektzeitraum: 4/2000 bis 3/2002

Als eine Analyse der Stätten der späten Moderne, die prototypisch Bahnhöfe, shopping malls und Disneyland in den Mittelpunkt rückt, sucht das Projekt nicht nur die Oberflächen dieser Orte zu erschließen, sondern diese Oberflächen als Zeichen zu interpretieren und somit ein Verständnis ihrer komplexen Eigenarten und Bedeutungen als verdichtete, allgemeingültige Prinzipien gesellschaftlicher Zustände zu ermöglichen. Stätten der späten Moderne werden dabei aufgefasst als räumliche Systeme, in denen sich die Erlebnisgesellschaft ausstellt und verwirklicht. Im Mittelpunkt dieser Untersuchung stehen die Bahnhöfe Leipzig und Köln, die shopping mall CentrO und Disneyland bei Paris, deren bauliche Gestalt und Wirkung ebenso analysiert wurden wie ihre Einbettung in den urbanen Zusammenhang und ihr soziales Funktionieren. Das Ergebnis ist ein Reiseführer durch eine Form von Wirklichkeit, die man allzu selbstverständlich als spontan begreifbar hinnimmt.

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Sexual Deviance as »Signal Crime«

Bearbeitungszeitraum für die Antragsskizze: 2/2010 bis 10/2010

Seit den frühen 1990er Jahren verschärft sich das Sexualstrafrecht in vielen Ländern Europas und in den USA. Als „Motor der Kriminalpolitik“ (Duttge/Hörnle/Renzikowski 2004) repräsentiert dieser Normenkomplex alle wesentlichen Merkmale des gegenwärtigen Punitivitätsstils. Dies wird abgelesen an den Ursachen, Verlaufsformen und Folgen der Strafgesetzgebung. Nach Simon (2007), der eine Führungstechnologie des governing through crime diagnostiziert, rückt Kriminalität paradigmatisch ins Zentrum der Regierungskünste (vgl. Sack 2004).

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Kriminologie zwischen Thief-Taking und Public Order

Formen der Institutionalisierung kriminologischen Wissens in unterschiedlichen politisch-kulturellen Kontexten

Projektzeitraum: 7/1997-6/1999

Das Projekt entstand im Kontext einer längerfristigen Beschäftigung mit Fragen der theoretischen Fundierung der Kriminologie als wissenschaftlicher Disziplin (vgl. u.a. Kreissl 1986, 1988, 1989a,b, 1996, 2000). Der Status der Kriminologie als Wissenschaft ist bekanntlich – auch innerdisziplinär – umstritten. Berühmt geworden ist in diesem Zusammenhang das Zitat von Michel Foucault (1975:47), der sich über die (wohl in erster Linie französische) Kriminologie in einem Interview wie folgt äußerte: „Have you ever read any criminological texts? They are staggering. And I say this out of astonishment, not aggressivness, because I fail to comprehend how the discourse of criminology has been able to go on at this level. One has the impression that it is of such utility, is indeed so urgently and rendered so vital for the working of the system, that it does not even need to seek a theoretical justification for itself, or even simply a coherent framework. It is entirely utilitarian.” 

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Recht und Sicherheit im urbanen Raum

Projektzeitraum: 7/1997 bis 6/1999

Ziel des Forschungsprojektes "Recht und Sicherheit im urbanen Raum" war es, die Bedeutung des sozialen und physischen öffentlichen Raumes für die Ausprägung des Phänomens Kriminalitätsfurcht zu erhellen. Im Mittelpunkt stand der Zusammenhang zwischen Strukturen von Verunsicherung, die durch die Beschaffenheit des öffentlichen Raumes bedingt sind, und den lokalen Lebensbedingungen.

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ISIP e.V.
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